Glas

Mit der Auswahl der richtigen Verglasung steht nach der Bauweise des Sommer- oder Wintergartens (Holz-Alu-Konstruktion) eine weitere wichtige Entscheidung an. Denn der brillante und wunderbar transparente Baustoff Glas verleiht dem Sommer- oder Wintergarten nicht nur seinen unverwechselbaren Charakter, sondern prägt ganz spürbar auch das Raumklima.

 

Die heutigen Standard-Wärmeschutzgläser als 2-fach-Glas mit Low-E-Beschichtung und Gasfüllung erzielen bereits Wärmedämmwerte (U-Werte) von etwa 1,10 W/m²K. Das ist dreimal besser als die ersten Doppelisolierglas-Scheiben in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. 3-fach-Energiespargläser erzielen mittlerweile sogar schon U-Werte bis 0,4 W/m²K. 

Die Wahl der richtigen Glassorte richtet sich aber nach sehr vielen verschiedenen Gesichtspunkten und kann daher hier nicht pauschal in zwei Sätzen abgehandelt werden. In einem persönlichen Beratungsgespräch gehen wir auf diesen Punkt sehr intensiv ein!

 
 

Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) gibt an, welche Wärmemenge einen Quadratmeter des Werkstoffes pro Zeiteinheit durchdringt, wenn zwischen innen und außen ein Temperaturunterschied von einem Grad besteht. Je kleiner der U-Wert, desto besser die Wärmedämmung.

Der Gesamtenergiedurchlassgrad (G-Wert) gibt an, wie viel Prozent der kurzwelligen Sonneneinstrahlung durch den Scheibenverbund nach innen gelangen und dort, umgewandelt in langwellige Wärmestrahlung, nutzbar sind. Je niedriger der G-Wert, desto geringer ist der Gewinn an passiver Solarenergie.

 
 
 
 

Bedingt durch den technischen Aufbau des Scheibenrandverbundes, dessen Kernstück bis dato meist ein Abstandhalter aus Aluminium darstellt, nimmt die Wärmedämmung zum Scheibenrand hin ab. Dies hat zur Folge, dass sich in der kalten Jahreszeit am Randbereich der Scheibe ein breiter Kondenswasserstreifen bildet. Da ein kleiner Sommer- und Wintergarten bereits über 100 laufende Meter Scheibenkante haben kann, kommen so schnell einige Quadratmeter feuchte Scheibenfläche, auch bei richtiger Heizung und Belüftung, zusammen. Dies ist natürlich für die Bewohner des Sommer- und Wintergartens nicht gerade sehr angenehm und außerdem ein Indiz für eine eher schlechte Wärmeisolierung.

 
 

Um diesen Schwachpunkt zu minimieren, arbeiten wir schon seit vielen Jahren ausschließlich mit einem wärmegedämmten Scheibenrandverbund, der sogenannten "Warmen Kante". Die sorgt dafür, dass auch im Randbereich der Scheibe eine gute Wärmedämmung vorhanden ist, welche die Tauwasserbildung minimiert. Auch aus wohnhygienischen Gesichtspunkten ist die Warme Kante daher bei Steinbach bereits seit langer Zeit gesetzt. Wenn Sie in den Scheibenzwischenraum gegen den Rand der Scheibe schauen erkennen Sie die Warme Kante an ihrer schwarzen Farbe.

 
 
 
 

Speziell beschichtete Gläser reflektieren einen Teil der infraroten Sonneneinstrahlung und reduzieren dadurch den Energiedurchlass. Gleichzeitig lassen diese Gläser aber auch weniger Tageslicht durch, und auf Grund von Absorption und Reflexion von Licht kann der blaue Himmel schon mal düster erscheinen. Prinzipiell suchen die Glashersteller immer nach einem Kompromiss, der einen niedrigen G-Wert mit möglichst hoher Lichttransmission verbindet.  Dabei kann die Beschattungswirkung aber nie so wirksam sein wie bei einer mechanischen Sonnenschutzanlage, die zudem den Sonnen- und Lichtverhältnissen angepasst werden kann.

Sonnenschutzgläser funktionieren auch das ganze Jahr über, da man sie natürlich nicht regulieren kann. Aber gerade in der kalten Jahreszeit tun die solaren Energiegewinne sehr gut und machen eine wohlige Wärme.

 
 

Fazit: Sonnenschutzgläser sind immer nur die zweitbeste Lösung, da sie mit steuerbaren Sonnenschutzanlagen nicht mithalten können. Sie sollten nur dort eingesetzt werden, wo eine außenliegende Verschattung nicht oder nur unter sehr großem finanziellen Aufwand möglich ist. Selbstverständlich können normale Gläser mit Sonnenschutzgläsern in einem Sommer- oder Wintergarten kombiniert werden. So spricht nichts dagegen, einen Teil der Dachfläche mit außenliegenden Beschattungsanlagen zu verschatten und schwer zu verschattende Dachflächen mit Sonnenschutzglas auszustatten.

 
 
 
 

Man kennt sie unter den Markennamen BIOCLEAN und PILKINGTON ACTIV. Es handelt sich hier nicht um sog. Nano-Beschichtungen, die nachträglich auf normale Wärmeschutzgläser aufgebracht werden und so sicherlich auch ganz schnell wieder durch Witterungseinflüsse ihre Wirkung verlieren. Nein, hierbei handelt es sich tatsächlich um sehr spezielle Glasmassen, die zum Einsatz kommen. Die Glasmasse von selbstreinigenden Gläsern, die übrigens nur im Außenbereich funktionieren, ist mit Titandioxyd angereichert. Dieses Titandioxyd reagiert mittels Photokatalyse mit der UV-Strahlung des Tageslichtes und löst den Schmutz. Davon ist das Glas aber noch lange nicht sauber. Wie auf der Grafik unten zu sehen ist, muss jetzt noch Wasser ins Spiel kommen, welches den gelösten Schmutz abwäscht.

Und hier kommt die zweite positive Eigenschaft von Titandioxyd ins Spiel: Es setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab und bewirkt so ein schnelles Ablaufen ohne größere Tröpfchenbildung und Kalkrückständen auf der Glasfläche. 

 
 

Selbstreinigende Gläser sind über das Jahr gesehen wesentlich sauberer als normale Gläser. Je nach Lage und Kubatur des Sommer- oder Wintergartens muss man aber schon davon ausgehen, dass man den Sommer- oder Wintergarten trotzdem zusätzlich noch mal putzt, wenn auch wesentlich seltener als mit normalem Glas. Selbstreinigendes Glas verlängert also die Reingiungsintervalle eines Sommer- und Wintergartens ganz erheblich.

Bei der Verarbeitung von selbstreinigenden Gläsern müssen ganz bestimmte Verarbeitungsrichtlinien eingehalten werden, damit die Wirkungsweise nicht beeinträchtigt wird. Silikone aller Art beispielsweise schädigen solche Gläser und haben daher an einem guten Sommer- und Wintergarten nichts mehr verloren!

 
 
 
 

Ob spezielle einbruchhemmende Gläser, strukturierte Ornament- oder Schallschutzgläser: Hier gibt es unzählige Kombinationsmöglichkeiten, die wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch gerne näher bringen.

 
 

Im Sommer- und Wintergartendach muß natürlich grundsätzlich spezielles Verbundsicherheitsglas mit einer 0,76mm starken Folie eingebaut werden.

 
 
 
 

Natürlich kann man solche Gläser in die Dachfläche eines Sommer- oder Wintergartens einbauen. Aufgrund der zusätzlichen Technik, die den gewonnenen Strom in das Netz einbringt, erscheint eine solche Investition jedoch erst ab einer Dachfläche von mindestens 25m² lohnenswert.

Arbeitet man mit herkömmlichen Solarmodulen, hat man, je nach Belegung der Scheiben, einen kontinuierlichen Schattenwurf, der natürlich sehr viel von dem außergewöhnlichen Sommer- und Wintergartenflair nimmt. 

 
 

Sinnvoll ist da eher der Einsatz von Solargläsern in Dünnschichttechnologie. Diese haben mehr "normalen Scheibencharakter", jedoch auch einen geringeren Wirkungsgrad. Da sich im Bereich Solar/Photovoltaik jedoch kontinuierlich Verbesserungen ergeben, muss man das Thema im Auge behalten und sollte es daher bei Bedarf auf jeden Fall auch persönlich besprechen.