Das richtige Verschattungskonzept ist ein ganz wichtiger Bestandteil des funktionierenden Wintergartens. Durch Verschattungselemente wird das zu starke Aufheizen des Wintergartens vermindert. Denn das findet bei längerer Sonneneinstrahlung definitiv statt. Die kurzwellige Sonnenstrahlung gelangt problemlos in den Wintergarten, wird dort in langwellige Wärmestrahlung umgewandelt, kann somit nicht mehr raus und heizt den Wintergarten auf (Treibhauseffekt). Während dieser Effekt in der kalten Jahreszeit durchaus als sehr angenehm empfunden wird, ist in der warmen Jahreszeit meist eine Überdosis an Energie vorhanden, die erst gar nicht in den Wintergarten reingelassen werden sollte. Hierfür gibt es die sogenannten Verschattungsanlagen.
Innen- oder Außenverschattung
Untersuchungen und Erfahrung haben eindeutig gezeigt, dass ein außenliegender Sonnenschutz deutlich effektiver ist als ein innen angebrachter. Denn ein Großteil der Energie wird bereits außerhalb der Scheiben abgeblockt, so dass im Raum selbst weniger Sonnenstrahlung in Wärme umgewandelt werden kann.
Je nach Farbe und Beschaffenheit hält eine Außenverschattung zwischen 60 und 80 Prozent der Sonnenergie ab. Bei Innenverschattungen beläuft sich dieser Wert nur auf etwa 30 bis 50 Prozent.
Dachbeschattung
Für das Dach eignen sich spezielle Wintergartenmarkisen mit Stoffbehang. Über die Wahl des Stoffes kann man auch die Lichtverhältnisse im Wintergarten ganz entscheidend beeinflussen (Hierzu erfahren Sie bei der Bemusterung noch mehr!). Von Haus aus mit einer automatischen Steuerung ausgestattet, reagieren Dachbeschattungsanlagen automatisch auf verschiedene Witterungsverhältnisse. Bei Sonnenschein fahren sie aus und bei stärkeren Winden oder nachlassender Strahlung fahren sie von alleine wieder ein. Dach- und Fassadenverschattungen sollten immer unabhängig voneinander funktionieren.

Fassadenverschattung
Hier arbeitet man überwiegend mit Außenjalousien, den sogennanten Raffstoreanlagen. Die Lamellen lassen sich über ihre Horizontalachse drehen und so im gewünschten Winkel zur Sonne ausrichten. Raffstoreanlagen gibt es auch für schräge Fassaden wie oben zu sehen.
Im senkrechten Bereich setzt man in der Regel keine Stoffe ein, da man sich sonst bei schönem Wetter immer hinter einer geschlossenen Tuchfläche befinden würde und keinen Sichtkontakt nach außen hat. Das aber macht einen Wintergarten ja zu großen Teilen aus! Gute Wintergartensteuerungen können sogar die Winkelstellung der Lamellen jeden Tag der Sonnenelevation anpassen. So erhält man trotz des unterschiedlichen Sonnenstandes immer annähernd die gleichen Lichtverhältnisse im Wintergarten.
Raffstoreanlagen fungieren natürlich auch als Sicht- und Blendschutz.
Der Unterschied zwischen Lüftung und Verschattung
Lüftungs- und Verschattungstechnik sind zwei grundsätzlich unterschiedliche Systeme. Beide Systeme müssen für einen Wintergarten unabhängig voneinander eigenständig funktionieren. Lüftung und Verschattung haben nur eine verschwindend geringe Schnittmenge und ersetzen sich niemals gegenseitig. Man kann also nicht sagen, man dimensioniert die Verschattung etwas geringer und gleicht es mit einer stärkeren Lüftung aus und umgekehrt.
Lüftung sorgt für frische Luft, Verschattung reguliert den Energieeintrag!

